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Backgammon – Spiel, Spaß, Wettkampf!

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Seit 2018 wird von unserem Andi eine Backgammon-Liga ausgerichtet! Was es damit auf sich hat, wie die Liga funktioniert und was überhaupt Backgammon ist, das erfahrt ihr in folgendem Interview:




Was ist denn Backgammon überhaupt?

ANDI: Ja, also Backgammon ist ein Brettspiel für zwei Personen. Das Besondere an dem Spiel ist, dass es eins der ältesten Brettspiele ist, was in seiner Form immer noch heute so gespielt wird. Man geht von zwei-, drei-, manche Quellen sagen viertausend Jahren aus. So hat man es z.B. in Pharaonengräbern gefunden! Es ist ein Spiel für zwei Spieler. Jeder Spieler hat 15 Spielsteine, die sind ähnlich wie beim Schach in einer Startposition angeordnet. Jeder hat zwei Würfel und dann ist es im Prinzip ein Wettrennen. Wer als erster seine Steine vom Brett spielen kann gewinnt. Und auf dem Weg dahin passieren halt Dinge, also die Steine kommen beispielsweise in Konflikt miteinander. Es ist nämlich nicht so wie beim „Mensch ärgere dich nicht“, dass man im Kreis läuft, also in die gleiche Richtung, sondern in entgegengesetzte Richtungen. Dadurch entsteht so eine Art Schlachtfeld in der Mitte. So eine Art Pulkbildung. Dort können Steine geschlagen werden, die können sich blockieren und andere witzige Sachen machen. Deswegen ist es ein Strategiespiel und kein Glücksspiel wie viele behaupten. Es gibt einen Glücksfaktor, aber ein Musterprozess in Amerika hat zum Beispiel damals belegt, dass es in die Kategorie der Geschicklichkeitsspiele einzuordnen ist. Trotzdem spielt man es im Casino um Geld und kann es eben auch in Turnierform, ähnlich einem Schachturnier, aufziehen.

Heißt deswegen habt ihr jetzt zum Beispiel die Pinnwand bei euch mit den ganzen Namen drauf hängen? Sind das alles Leute von hier oder auch von außerhalb?

ANDI: Genau, ich hab im Juni 2018 angefangen hier zu arbeiten, war aber schon länger hier als Gast und als ich hier angefangen habe, hab ich halt herausgefunden, dass ein paar meiner Kollegen auch spielen und aus meinem Freundeskreis hab ich halt auch noch ein paar. Da hab ich gedacht, wenn man die kombiniert, kriegt man ne stattliche Anzahl von Backgammonspielern, plus Gäste und Freundesfreunde. Joa und dann am Ende hab ich gedacht „Mensch, wir können das Ganze doch mal aufs „next level“ bringen und ein Turnier machen.

Und das läuft jetzt seit Anfang 2019? Also immer ein Jahr lang?

ANDI: Ja genau. Also Turnier ist halt schwierig. Ich war früher selbst als Schachspieler und auch als Großspieler immer auf Turnier. Die finden halt an einem Wochenende statt. Meistens Samstag und Sonntag. Aber dass man von 28 Leuten erwartet, das sich alle - vor allem weil sie ja auch arbeiten - an einem Wochenende für ein Spaßturnier Zeit nehmen ist ein bisschen zu viel...

Ist es dann so, dass du dich nur am Turnier hocharbeiten kannst oder auch wenn jemand zwischendurch sagt „Hey ich hab das Wochenende Zeit, kann ich gegen den spielen?

ANDI: Ja, jeder Spieler verfügt über ein Stilmittel, also er darf eine Forderung stellen. Und weil das jeder darf ist das halt komplett fair im Prinzip. Natürlich ist es - weil es über das ganze Jahr geht - schwierig für manche Forderungen auch tatsächlich anzunehmen und zu spielen, da es bei uns die Regel gibt, dass man nach einer Forderung 15 Tage Zeit hat. Es kommt vor, dass Spiele eben dann kampflos über die Bühne gehen, aber ich fordere die Spieler immer auf im Sinne des Sportgeistes auf sich miteinander zu verabreden und entsprechend klappt es auch wirklich sehr gut. Also ich glaub weniger als 10% der Spiele - weit weniger - sind unfaire kampflose Spiele, weil jemand im Urlaub ist oder krank ist oder gerade mit dem Studium Stress hat, oder auch gerade einfach keinen Nerv hat jetzt Backgammon zu spielen, aber das ist ja nicht schlimm! Dann geht man ja einfach nur mal ein Level runter, man verliert ja dadurch kein Turnier und es ist immer noch ein Spiel und soll eben Spaß machen! Man lernt sich und andere auch stärke-technisch kennen und durch Absprachen kommt es eigentlich auch nie zu Problemen.


 
 
 
 
 
 
 
 

Wie bist du denn selber dazu gekommen? Über das Schachspielen?

ANDI: Ja genau! Also ich hab als Schüler damals Schach gespielt. In der fünften/sechsten Klasse im Nachmittagsunterricht und auch bei meinem Opa früher, habe ich gespielt. Das Ganze hat sich dann so entwickelt, dass ich ein Jahr im Verein gespielt hab, eben auch auf Turnieren, wo mir zum ersten mal klar wurde, dass ich das Ganze eben als Wettbewerb spielen kann. Und als solider Schachspieler hab ich einen Kumpel in meinem ersten Semester gehabt, der hat mich zu sich eingeladen. Wir haben vorgetrunken und da hab ich ein Schachbrett in seinem Zimmer gefunden und da hab ich gesagt „komm wir spielen mal!“ Ich hab ihn halt zehnmal platt gemacht und dann hat er gesagt „Okay kein Bock mehr! Wir spielen jetzt Backgammon!“ und ich so „Was?“ Backgammon kannte ich vorher nicht, bis er es mir an dem Abend gezeigt hatte. Das Spiel hab ich innerhalb von fünf Minuten gelernt, aber ich hab den ganzen Abend dann nur noch verloren. Das hat mich dann sehr wütend gemacht und natürlich auch heiß. Also hab ich mich eingefuchst! Dank des Internets ist es ja recht einfach. Es gibt unzählige Bücher und Großmeister, die auch gerne bereit sind ihr Wissen zu teilen und die natürlich ein bisschen mathematische Hintergründe vermitteln. Hat mir alles sehr viel Spaß gemacht und es hat dann auch nur wenige Wochen und Monate gedauert, bis ich dann auch in Backgammon besser war und das hat unsere Freundschaft schon belastet... aber sie ist daran nicht zerbrochen, weil er ist dann mit aufgesprungen ist und wir haben das Ganze dann ein bisschen professioneller studiert. Es gibt auch Computerprogramme und jetzt sind wir beide recht solide und wenn wir uns treffen dann ist das immer aller feinstes Niveau!

Also ist das deine Leidenschaft. Kann man das so sagen?

ANDI: Ja, absolut. Generell solche Spiele! Ich mag das einfach wenn sich zwei Leute anschweigen aber es passiert trotzdem sehr viel!

Danke für das Interview!



Hier nochmal die wichtigsten Regeln in der Kurzversion:

  1. Jeder Spieler spielt mit 15 gleichfarbigen Spielsteinen.

  2. Ein Stein kann nur auf einen offenen Punkt gesetzt werden, einen, der nicht von zwei oder mehr gegnerischen Steinen besetzt ist.

  3. Die Zahlen auf den zwei Würfeln bilden separate Bewegungen.

  4. Ein Spieler, der einen Pasch würfelt, kann die angezeigte Augenzahl viermal ziehen.
  5. Eine ausführliche Anleitung findest Du z.B. HIER >>


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